Leider war die Zeit schon ordentlich fortgeschritten, darum hatte ich keine Zeit mehr, um unterhalb der Greitspitze alle Pisten an der 6KSB Lange Wand auszuprobieren. Beispielsweise die 14c wäre ich oben auch gerne gefahren. Schade, denn die Ischgler Klientel verirrt sich kaum hier hin, die Pisten waren wenig befahren und entsprechend in gutem Zustand. Vor allem die 14a oben gefiel mir. Als allzu steil empfand ich die Piste nicht, auch nicht im unteren Teil, es war noch normales flüssiges Fahren möglich. Andere Leute hatten aber grössere Probleme, heil runterzukommen.
Als nächstes nahm ich die 6KSB Zeblas, eine der beiden Zwillingsbahnen am Palinkopf. Hier hing überall Pizza-Geschmack in der Luft. Leider lief die Bahn arg langsam, leider ist der Hang letztlich auch recht kurz. Hier gäbe es vier mehr oder weniger parallele Pistenvarianten, ich hatte nur Zeit für die 21. Allzu spannend war sie nicht, das sieht man etwa auch in Zinal an der Corne de Sorebois: wenn der ganze Hang mit parallelen Pisten zugekleistert ist, so macht das jede Piste weniger interessant. Anschliessend runter zum Höllboden, um den Rucksack zu holen, und wieder rauf auf den Palinkopf. Eigentlich wollte ich auch noch die rote 32 kennenlernen, dafür reichte die Zeit nun nicht mehr aus. War aber sowieso nicht eine derartige Hintenrum-Piste, wie es der Pistenplan erhoffen liess.
Am Palinkopf nahm ich noch einmal die schwarze 20, welche oben stark verbuckelt war - die einzige wirklich anspruchsvolle Piste, die ich antraf. Danach weiter Richtung Val Gronda. Leider ist die Piste dorthin sehr lange ein schmales, eisig-steiniges Strässchen. In der Luftseilbahn war ich zunächt der einzige mit Maske, es zog dann immerhin die Hälfte mit. Was ist so schlimm daran, für 10 Minuten eine Maske anzuziehen, während rund herum die Spitäler immer noch Operationen verschieben müssen? Ansonsten wirkt die Luftseilbahn an diesem flachen Hügel recht fehl am Platze. Immerhin, die Ballermann-Fraktion verschlägt es nicht hierhin. Die "Route" entpuppte sich als sehr einfache, breit gewalzte, wenig befahrene Carvingpiste. Das Gegenteil einer hochalpinen Route.
Es blieb noch Zeit für eine Wiederholungsfahrt an der langen Gampenbahn. Sie macht ja arg viele Höhenmeter, aber eben, oben sind die Pisten Ziehweg-lastig, und die schwarze 41 war gar nicht geöffnet. Darum nahm ich die Pisten 33 und 38 in Kombination. Auf der 38 war plötzlich sehr viel los, keine Ahnung woher all die Leute kamen. Unten bog dann die Menschentraube auf die 40b in Richtung Bodenalp ab - obwohl jene Piste wegen Lawinengefahr geschlossen war. Wie blöd muss man sein, um sich so zu verhalten?
Schliesslich begab ich mich auf die Piste 80 zurück nach Samnaun. Landschaftlich noch nett, aber bald sehr flach, zu flach beim bremsenden, warmen Schnee. Jetzt wieder Handy-Empfang ohne Roaming und gleich festgestellt, dass ich noch viel Zeit übrig hatte für den nächsten Bus nach Scuol. Nahm ich halt noch zweimal den Dorflift Musella, da wäre ich aber besser oben noch etwas länger geblieben. Damit waren meine beiden Runden quer durchs Skigebiet beendet - dabei bin ich mit keiner Anlage mehr als dreimal gefahren. Es wäre mir auch mit einem dritten Tag nicht langweilig geworden, war aber auch ok mit zwei Tagen.
Die Silvretta Arena war natürlich nicht mein erstes Industrie-Skigebiet, aber manche Merkmale wie stark planierte Pisten oder parallele KSBs sind mir nirgends so stark aufgefallen wie hier.Das Skigebiet als Ganzes ist kompakt und nicht so gross, wie es der Pistenplan erscheinen lässt. Von der Ausdehnung gut vergleichbar mit Flims-Laax oder Grimentz-Zinal. Gefallen hatten mir die verschiedenen steileren Bereiche auf der österreichischen Seite: Pardatschgrat, Lange Wand, Höllspitze. Da war wenig los und die Pisten blieben in gutem Zustand. Enttäuschend fand ich insgesamt die Schweizer Seite: viel Durchschnittskost oberhalb der Baumgrenze, es wirkte alles ziemlich gleichförmig und es fehlt da, im Vergleich beispielsweise zur Corviglia, das Panorama, die hochalpine Umgebung.
Wenig später gabs für mich am Ostermontag noch einen Tag in Andermatt, inklusive Abstecher nach Sedrun. Bei Top-Wetter, wenig Leuten (ausser am Gemsstock), mittags aufgefirnten Pisten und guter Fernsicht war das schon eine andere Kategorie und dann auch ein vernünftiger Saisonabschluss.
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