Die Verbindung zwischen den beiden Seiten ist von Osten nach Westen umständlich. Der Zauberteppich ist viel zu langsam, schneller ist man mit der Strasse durchs Dorf, welche wenigstens teilweise genügend Gefälle aufweist. In die Rückrichtung ist es weniger problematisch, entweder nimmt man oben herum die roten 21 und 54, oder man fährt unten herum beim Anfängergelände und am Bettmersee vorbei. Dieser Anfängerbereich ist gut ausgebaut mit drei fast parallelen Skiliften. Man muss da etwas aufpassen: je nach Lift muss man im Anfängerbereich bleiben oder kann nur auf die Verbindungspiste.
Mit der Sesselbahn Blausee kommt man dann richtig ins Skigebiet. Sie scheint mir die wichtigste Anlage im Gebiet überhaupt zu sein. Zubringer aus dem Dorf, Verbindungsanlage, sowie Beschäftigungsanlage. Steht sie, geht gar nichts mehr, ein echtes Nadelöhr. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie das Skigebiet vor 2010 ohne diese Sesselbahn funktioniert hatte. Selbst bei schlechtem Wetter gabs hier eine Warteschlange. Viele Skischulen und Anfänger fahren hier an der ersten Sektion und steigen bei der Mittelstation aus.
Am meisten Pisten werden durch die Moosfluh-Bahn erschlossen. 2015 wurde sie als Kombibahn mit Mittelstation und schwimmender Bergstation neu gebaut. Die Idee dahinter: wenn sich das Gelände bewegt, muss man nur die Bergstation und die obersten Masten neu ausrichten. Bei unserem Besuch war die anfällige zweite Hälfte nach der Mittelstation oft wegen Wind ausser Betrieb, gut kann die untere Sektion einzeln betrieben werden.
Bei meinem Erstbesuch hier war ich einigermassen verwirrt über die Pisten an der Moosfluh, auch diesmal verfuhren wir uns bei der ersten Abfahrt. Man muss sich in diesem Skigebietsteil zuerst zurechtfinden und orientieren, dann sind die Pisten aber erstaunlich abwechslungsreich, obwohl die Bahn quer zum Hang trassiert ist. Prinzipiell gibt es eine rote Hauptpiste mit einigen Übergängen, Kurven etc., die runter auf die Riederalp führt. Dann gibt es die blaue Piste, mit einem Bogen zur Mittelstation Blausee, sowie diverse Neben- und Verbindungspisten, und schliesslich noch die Routenabfahrt, die ich auch einmal machte.
Wir fuhren vor allem an den Schlechtwetter-Tagen in der westlichen Skigebietsseite. Dies bewusst, weil wir hier an den Skilifte Golmenegg und Schweibe im oder am Wald auf besseren Konstrast hofften, wenn wieder mal Nebelbänke aufzogen. So machten wir x Fahrten am eigentlich flachen, wenig spektakulären Golmenegg-Skilift mit seiner gemütlichen Piste. Dagegen war der Skilift Schweibe eine Enttäuschung. Die Piste wäre ja lustig und knackig, der Lift aber saulangsam und unbequem.
Wie stark das Skigebiet in die Breite gezogen wird, stellt man spätestens fest, wenn man von der Moosfluh noch weiter nach Westen vorsticht. Nur schon um zur nächsten 4KSB Hohfluh zu wechseln sind längere Ziehwege nötig, um dann festzustellen, dass die Bahn selbst sehr kurz ist und abgesehen von den ersten Pistenmetern nicht viel mehr als Traversen und Wege erschliesst. Da täuscht der Pistenplan gewaltig.
Ganz nach aussen bis zur Riederfurka schafften wir es leider nur einmal, die Verbindungen nehmen schon arg Zeit in Anspruch. Die Hauptpiste an der Riederfurka ist schön breit und knackig mit idealem Gefälle, dazu wenig Leute und eine idyllische Stimmung ohne Hektik. Die langsame, fixgeklemmte Sesselbahn verdirbt einfach den Spass und zerstört den Rhythmus, nach drei Fahrten hatten wir genug davon. Hier müsste eine KSB stehen, bei der Hohfluh-Bahn wäre mir dagegen eine fixgeklemmte Sesselbahn egal.
Skiferien in der Aletschregion zu verbringen, direkt im verschneiten Skigebiet in der Höhe, war schon etwas Spezielles, noch eine Spur winterlicher als sonst jeweils. Gut haben wir das gemacht, obwohl das Skigebiet seine bekannten Schwächen aufweist und Nebel-anfällig ist. Die Wahl der Unterkunft hatte sich doch als richtig herausgestellt. Auf der Riederalp waren die Pisten an der Moosfluh-Bahn schon auch nett, aber die östliche Hälfte bietet letztlich mehr und vor allem längere Pisten an.
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