Für andere hingegen schon, wir waren überrascht über den Trubel, die Hektik, die vielen Gepäckwagen, die in die Kabine gefahren wurden. Trotz Nebensaison wurden daraus 40 Minuten Wartezeit, höchstens 50 Nasen hatten so überhaupt Platz in einer Kabine. Keine Ahnung, was da während der Hauptsaison vonstatten geht. Idylle wäre auch oben das falsche Wort. Erstens ist die Bettmeralp keine Alp, sondern eher eine ausgedehnte Ferienstadt, und zweitens herrschte auf den Strassen emsiges Treiben mit vielen Schneetaxis, welche umherbrausten. Unsere Ferienwohnung befand sich auf der anderen Seite des Dorfes, fast direkt neben der Piste Alpmatten am gleichnamigen Dorfskilift. So konnten wir ab und zu auch in der Wohnung das Mittagessen einnehmen.
Wie für viele andere auch war so der Doppelskilift jeweils um 9 Uhr unser Eintritt ins Skigebiet, morgens kommen auch viele Skifahrer über die Hauptstrasse an den Skilift. Er eignete sich mit seiner kurzen aber knackigen Piste auch zum Ausklingen der Skitage, oder als Notfalloption bei ganz widrigen Wetterbedingungen. Von seiner Bergstation gelangt man rasch zur 6KSB Schönbiel. Bekanntlich wird das Skigebiet der Aletsch-Arena auf der Bettmeralp spürbar getrennt in einen westlichen und einen östlichen Teil, und für diesen östlichen Teil ist die Schönbiel-Sesselbahn von der Bettmeralp her die Hauptanlage.
Vom sportlichen Blickwinkel gesehen ist die Gondelbahn Bettmerhorn die interessanteste Anlage, da sie immerhin 650 Höhenmeter bewältigt und auch anspruchsvollere Pisten erschliesst. Ihre Talstation befindet sich am oberen Rand der Bettmeralp, so dass man die Gondelbahn üblicherweise von der Piste her erreicht. Mit ihrer ausgesetzten Trassierung am Kamm kommt in der Gondel so etwas wie Gipfelstimmung auf. Oben an der Station und auf den Pisten ist es allerdings recht eng, mehr Kapazität geht da nicht mehr.
Das Skigebiet ist bekannt für häufig auftretende Nebelbänke, auch während unserer Woche war bezüglich Wetter alles dabei: von Sonne, Schneefall über Sturm und Schneeregen bis zu dichtestem Nebel und Whiteout. So war die Gondelbahn Bettmerhorn auch während zweieinhalb von sechs Tagen geschlossen. Bei schönem Wetter konnte man dafür selbst im Januar bis Betriebsschluss die Abendsonne geniessen. Am Bettmerhorn gibt es so etwas wie eine Hauptpiste, die sich immer mal wieder in zwei Varianten teilt und auf der man auch in Richtung Fiescheralp abzweigen kann. Unten mündet sie in die breiten Schönbiel-Pisten.
Glück hatten wir erneut mit den Schneeverhältnissen - während es unten im Tal und weit hinauf grün war, hatte es oberhalb von etwa 1700 m.ü.M. mehr als genug Schnee. So trafen wir grösstenteils einwandfreie Pistenbedingungen an. Eine weitere nette Piste am Bettmerhorn ist die rote 54, sie ist allerdings von der Moosfluh einfacher zu erreichen. Von der Station Bettmerhorn aus muss man die 53 nehmen: landschaftlich top mit grandiosem Panorama nach allen Himmelsrichtungen, aber flach und mit einigen Schiebestrecken.
Als letzte Piste existiert noch die sogenannte Tunnelpiste, die eignetlich eine Route ist: zunächst ein leicht abfallender, etwa 300 Meter langer Skitunnel, danach folgt der unpräparierte Steilhang, der doch herausfordernd war. Einige Leute trauten sich nicht und gingen durch den Tunnel wieder hoch und zurück zur Station. Allzulange war der Steilhang dann gar nicht, geschätzt etwas mehr als 100 Höhenmeter. Offen war die Tunnelpiste nur am Sonntag - gut, bin ich sie da gleich gefahren, denn bei meinem Erstbesuch war sie ebenfalls geschlossen.
Schliesslich gibt es noch die 4KSB Wurzenbord als ergänzende Anlage, quasi die Schwesteranlage zur Schönbiel-Sesselbahn. Sie bedient ein, zwei eigene Pisten, ist aber weniger gut erreichbar und relativ kurz. Eine einfache Alternative, beliebt bei Skischulen, aber nicht mehr. Manchmal liessen wir hier den Skitag ausklingen oder fuhren ein, zwei Mal vor dem Mittagessen.
Letztlich gefiel mir dieser Teil des Skigebiet etwas besser als beim Erstbeuch. Sobald man sich etwas mit den Pisten auskennt, kann man hier die Ziehwege gut vermeiden. Wobei wir hier natürlich kaum Wartezeiten hatten, vielleicht mal 3 Minuten an der Gondelbahn. Jedenfalls hatte sich unsere Wahl bei der Ferienwohnung als praktisch herausgestellt, mit mehr als einem Meter Schnee im Dorf wars auch echt winterlich, das hatte ich so noch kaum erlebt während den Skiferien.
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