Wie im letzten Winter verbrachten wir wieder eine Januar-Woche im Wallis, diesmal auf der Bettmeralp. Das Skigebiet der Aletsch-Arena kannte ich mit seinen Stärken und Schwäche von einem einzigen Tagesbesuch. Uns reizte es, quasi direkt im Skigebiet auf der Höhe zu übernachten, in einem tiefverschneiten, autofreien Dorf. Die Bettmeralp war als Standort logisch, damit wir halbwegs bequem in alle Teile des verzettelten Skigebiets kommen würden. Als ÖV-Benutzer ist man es sich gewohnt, nicht zuviel Gepäck mitzuschleppen, deshalb war für uns die Anreise per Luftseilbahn keine Herausforderung.

Für andere hingegen schon, wir waren überrascht über den Trubel, die Hektik, die vielen Gepäckwagen, die in die Kabine gefahren wurden. Trotz Nebensaison wurden daraus 40 Minuten Wartezeit, höchstens 50 Nasen hatten so überhaupt Platz in einer Kabine. Keine Ahnung, was da während der Hauptsaison vonstatten geht. Idylle wäre auch oben das falsche Wort. Erstens ist die Bettmeralp keine Alp, sondern eher eine ausgedehnte Ferienstadt, und zweitens herrschte auf den Strassen emsiges Treiben mit vielen Schneetaxis, welche umherbrausten. Unsere Ferienwohnung befand sich auf der anderen Seite des Dorfes, fast direkt neben der Piste Alpmatten am gleichnamigen Dorfskilift. So konnten wir ab und zu auch in der Wohnung das Mittagessen einnehmen.

Doppellift Alpmatten im Dorf

ordentlich steil

Wie für viele andere auch war so der Doppelskilift jeweils um 9 Uhr unser Eintritt ins Skigebiet, morgens kommen auch viele Skifahrer über die Hauptstrasse an den Skilift. Er eignete sich mit seiner kurzen aber knackigen Piste auch zum Ausklingen der Skitage, oder als Notfalloption bei ganz widrigen Wetterbedingungen. Von seiner Bergstation gelangt man rasch zur 6KSB Schönbiel. Bekanntlich wird das Skigebiet der Aletsch-Arena auf der Bettmeralp spürbar getrennt in einen westlichen und einen östlichen Teil, und für diesen östlichen Teil ist die Schönbiel-Sesselbahn von der Bettmeralp her die Hauptanlage.

6KSB Schönbiel, links das Bettmerhorn

ausgesprochen breite Pisten an diesem Paradehang der Bettmeralp

mit 2800 Personen pro Stunde ein Kapazitätsmonster

flache XXL-Pisten an der 6KSB, mit toller Aussicht

Sesselbahnen Schönbiel und Wurzenbord

Hochplateau Bettmeralp mit See

Vom sportlichen Blickwinkel gesehen ist die Gondelbahn Bettmerhorn die interessanteste Anlage, da sie immerhin 650 Höhenmeter bewältigt und auch anspruchsvollere Pisten erschliesst. Ihre Talstation befindet sich am oberen Rand der Bettmeralp, so dass man die Gondelbahn üblicherweise von der Piste her erreicht. Mit ihrer ausgesetzten Trassierung am Kamm kommt in der Gondel so etwas wie Gipfelstimmung auf. Oben an der Station und auf den Pisten ist es allerdings recht eng, mehr Kapazität geht da nicht mehr.

Abendstimmung auf der Schönbiel-Piste, rechts gehts zur Talstation Bettmerhorn

Schussfahren hin zur Gondelbahn

letzte Abfahrt am Bettmerhorn vor Betriebsende

eine der Gipfelpisten

Gipfelpiste Bettmerhorn

Das Skigebiet ist bekannt für häufig auftretende Nebelbänke, auch während unserer Woche war bezüglich Wetter alles dabei: von Sonne, Schneefall über Sturm und Schneeregen bis zu dichtestem Nebel und Whiteout. So war die Gondelbahn Bettmerhorn auch während zweieinhalb von sechs Tagen geschlossen. Bei schönem Wetter konnte man dafür selbst im Januar bis Betriebsschluss die Abendsonne geniessen. Am Bettmerhorn gibt es so etwas wie eine Hauptpiste, die sich immer mal wieder in zwei Varianten teilt und auf der man auch in Richtung Fiescheralp abzweigen kann. Unten mündet sie in die breiten Schönbiel-Pisten.

6EUB Bettmerhorn mit Gipfelpiste, ein Flagschiff des Skigebiets

am Bettmerhorn, kurz bevor die Traverse folgt

Pisten 55 und 56 am Bettmerhorn, unterhalb der Traverse

rote 56 zum Geniessen

hier super Pistenverhältnisse

rassiger Haupthang der roten 56

Glück hatten wir erneut mit den Schneeverhältnissen - während es unten im Tal und weit hinauf grün war, hatte es oberhalb von etwa 1700 m.ü.M. mehr als genug Schnee. So trafen wir grösstenteils einwandfreie Pistenbedingungen an. Eine weitere nette Piste am Bettmerhorn ist die rote 54, sie ist allerdings von der Moosfluh einfacher zu erreichen. Von der Station Bettmerhorn aus muss man die 53 nehmen: landschaftlich top mit grandiosem Panorama nach allen Himmelsrichtungen, aber flach und mit einigen Schiebestrecken.

für einmal die rote 53

Aussicht auf die prominenten Viertausender wie Alphubel, Dom, Matterhorn oder Weisshorn

nebenan grüsste der Aletschgletscher

sehr flach die Verbindungspisten hier oben, dafür landschaftlich zum Geniessen

schön dagegen die rote 54, leider nicht gut erreichbar

Als letzte Piste existiert noch die sogenannte Tunnelpiste, die eignetlich eine Route ist: zunächst ein leicht abfallender, etwa 300 Meter langer Skitunnel, danach folgt der unpräparierte Steilhang, der doch herausfordernd war. Einige Leute trauten sich nicht und gingen durch den Tunnel wieder hoch und zurück zur Station. Allzulange war der Steilhang dann gar nicht, geschätzt etwas mehr als 100 Höhenmeter. Offen war die Tunnelpiste nur am Sonntag - gut, bin ich sie da gleich gefahren, denn bei meinem Erstbesuch war sie ebenfalls geschlossen.

Eingang zur Tunnelpiste

Steilhang der Tunnelpiste

es folgt die gemütliche, gepistete Ausfahrt

Zielhang Schönbiel mit Neuschnee

Abendstimmung im Skigebiet

Schliesslich gibt es noch die 4KSB Wurzenbord als ergänzende Anlage, quasi die Schwesteranlage zur Schönbiel-Sesselbahn. Sie bedient ein, zwei eigene Pisten, ist aber weniger gut erreichbar und relativ kurz. Eine einfache Alternative, beliebt bei Skischulen, aber nicht mehr. Manchmal liessen wir hier den Skitag ausklingen oder fuhren ein, zwei Mal vor dem Mittagessen.

4KSB Wurzenbord

insgesamt eine flache Angelegenheit

Wurzenbord oberhalb der Bettmeralp, links unten Brig

weiter unten auf der Piste, hinter der Bettmeralp sieht man die Anlagen in Richtung Riederalp

nebenan die Schwesterbahn Schönbiel und das Bettmerhorn

abendliches Ausfahren an der 4KSB Wurzenbord

Letztlich gefiel mir dieser Teil des Skigebiet etwas besser als beim Erstbeuch. Sobald man sich etwas mit den Pisten auskennt, kann man hier die Ziehwege gut vermeiden. Wobei wir hier natürlich kaum Wartezeiten hatten, vielleicht mal 3 Minuten an der Gondelbahn. Jedenfalls hatte sich unsere Wahl bei der Ferienwohnung als praktisch herausgestellt, mit mehr als einem Meter Schnee im Dorf wars auch echt winterlich, das hatte ich so noch kaum erlebt während den Skiferien.