Von unserem Standort im östlichen Teil der Bettmeralp hatten wir die Möglichkeit, relativ zügig in den Skigebietsteil von Fiesch zu kommen, so dass wir davon an den drei schöneren Tagen der Woche auch Gebrauch machten. Abgesehen von der Talroute war alles offen, inklusive Gipfelabfahrt vom Eggishorn. So werden hier zwischen Eggishorn und Heimatt immerhin 1000 Höhenmeter pistenmässig erschlossen. Nicht viel, aber deutlich mehr als auf der Rieder- oder Bettmeralp.

Angesichts der durchzogenen Wetterprognosen wollten wir gleich am Sonntag, noch vor der Mittagspause, aufs Eggishorn rauf. Zwei Kabinen lang mussten wir anstehen für die kleine Luftseilbahn. Die Bergstation befindet sich nicht auf dem Gipfel, sondern auf dem Sattel etwas darunter. Eine kleine Bar, sonst nichts - diese zweckmässige und nicht übertriebene Infrastruktur gefiel mir. Spektakulär ist nicht das Eggishorn selbst, sondern die Rundum-Aussicht auf den Aletschgletscher und auf die Viertausender der Berner und Walliser Alpen. Danach konnte ich nun, mit mehr als 10 Jahren Verzögerung, doch noch die Gipfelabfahrt kennenlernen. Das erwies sich als richtiger Schachzug, unter der Woche war das Eggishorn aufgrund Wind oder Schlechtwetter nur noch an einem weiteren Tag offen.

Aussicht über den Aletschgletscher zu den Viertausendern Aletschhorn, Jungfrau und Mönch

Tiefblick auf den imposanten Eisstrom

auf der wiedereröffneten Gipfelabfahrt

weiter unten auf der Gipfelabfahrt

Ansonsten werden die Pisten fast ausschliesslich durch die drei Sesselbahnen erschlossen. Der Anstehbereich bei der Mittelstation Kühboden (oder neudeutsch Fiescheralp) zu den KSBs Flesch und Talegga ist irgendwie ungünstig gelöst: teilweise muss man aussen herum hochlaufen, teilweise ist er abhältig, bei der Spitzkehre gibts unnötige Staus. Am meisten fuhren wir an der 4KSB Flesch. Hier herrschten ausgezeichnete, griffige Pistenverhältnisse (abgesehen vom schnell ausgefahrenen Zielhang), so dass wir an der roten und blauen Piste so viele Wiederholungsfahrten einlegten, bis wir kalt hatten.

oberhalb der Fiescheralp

hochfahrende Kabine der Eggishorn-Bahn

tolle Schneeverhältnisse auf den Hauptpisten

schön breite Pisten

aufgrund der Kälte war hier kaum was los

Daneben startet hier auch die Rückbringer-Piste zur Bettmeralp, auf der man auf die schwarze 72 abbiegen kann. Diese mündet in den kurzen Doppel-Skilift, den man benötigt um zurück zur Mittelstation zu kommen. Auch von der Bettmeralp her kommend nimmt man jeweils diesen kurzen Doppellift, der somit kein blosser Anfängerlift ist. Alternativ kann man hier zwischen den Häusern runterfahren zu den beiden kurzen Skiliften Laxeralp. Sie lohnen sich nur, wenn man an den Hauptliften lange anstehen muss, darum waren wir nur am Sonntag kurz da.

Pisten 70a und 71 bei Flesch

tolle schwarze 72

Trainerlifte Fiescheralp

Skilift Laxeralp 2

auch sonntags fast leer

Skilift Laxeralp 1

An der 6KSB Talegga fuhren wir weniger häufig als auf der 4KSB Flesch - wozu auch? Es gibt schon ein paar kurze, interessante Varianten, aber als Beschäftigungsanlage bietet sie nicht sehr viel. Im kommenden Sommer scheint man sie zudem verkürzen zu müssen, weil sich die Bergstation auf dem Permafrost-Boden verschiebt. Die Talegga-Route fuhr ich einmal am Sonntag, sie war doch stark abgefahren, von mir aus könnte man da stattdessen eine "Hintenrum-Piste" erstellen.

der besagte letzte Abschnitt der 6KSB Talegga,

eher ein Ziehweg die obere Talegga-Piste

Route Talegga

Unten kommt man an der 4KSB Heimatt aus. Die beiden Pisten an ihr waren, konträr zu den oberen Pisten, sehr hart, weshalb wir auch hier nicht allzu oft unterwegs waren. Von diesen Pisten ist die neue Zubringer-Gondel prominent sichtbar, wir kamen aber gar nicht dazu, sie und die neue Talstation an der MGB auszuprobieren, aufgrund der geschlossenen Talroute.

4KSB Heimatt, bewältigt 450 Höhenmeter auf gerade mal einem Kilometer

durchgehend steil die 4KSB Heimatt

Seitenblick auf die wuchernde Fiescheralp

rote Piste Heimatt, gegenüber der LSAP-Hang Ernergalen

blaue Variante beim Weiler Fiescherstafel, an der 4KSB Heimatt

An den Tagen, wo wir den Abstecher auf die Fiescheralp einlegten, assen wir natürlich nicht in der Ferienwohnung, sondern in einem der zahlreichen Restaurants an der Mittelstation, wo es ganz passables Essen gab. Der Skigebietsbereich der Fiescheralp ist schon nett, aber letztlich sehr kleinräumig, eigentlich ganz ähnlich wie Zinal. Darum gibt es hier nicht viel zu erkunden, sondern man geniesst in erster Linie die breiten und abwechslungsreichen Hauptpisten.