Sehr kalt wars, morgens in Visp beim Umsteigen bloss -9 Grad, oben natürlich noch kälter. Immerhin, das Dorf wirkte schon etwas winterlich mit etwa 15cm Schnee. Am Allalin-Express musste ich vielleicht 3 Minuten anstehen, das Einlesen des Magic Pass ging problemlos. Ich fuhr als erstes gleich ganz hinauf aufs Mittelallalin, netterweise gibts in den Felskinn-Katakomben neu ein Förderband, welches das Umsteigen erleichtert. Oben kam noch Wind zur Kälte dazu, da wars echt frisch. Sofort offensichtlich wurde, wie sehr die Gletscher über den Sommer gelitten hatten. Bis hinauf aufs Allalinhorn war noch viel blankes Eis zu sehen, und das im Winter!
Um auf den Gletscher zu kommen, muss mittlerweile viel geschoben werden, weil immer mehr Eis am Allalingrat dahinschmilzt. So gibt es die ehemalige schwarze Piste direkt ab Mittelallalin schon gar nicht mehr. Zuoberst wurde es mir bald zu kalt, also runter zum Panoramalift an der Sonne.
Im Skigebiet von Saas Fee ist der Gletscherschwund allgegenwärtig, so auch an der Längfluh. Früher hab es am Sessellift noch eine zweite Piste auf dem Gletscher, die ist mittlerweile Geschichte. So zwängt sich alles auf die eine Piste, welche im Dezember noch ein schmales, eisiges Kunstschneeband ist. Blöd ist auch, dass von der Luftseilbahn her der Skilift nicht erreichbar ist. So muss man diese Piste auch einmal fahren, wenn man eigentlich hinauf auf den Gletscher möchte.
Auf dem Feegletscher waren überall noch viele Spalten sichtbar, offensichtlich war die Schneeauflage noch marginal. Keine Ahnung, wie auf den Pisten und Liften alle Spalten gefüllt werden konnten, war sicher eine Menge Arbeit. Einmal fuhr ich runter zum Spielboden, da die schwarze Piste dorthin bereits offen war. Der Steilhang war wie erwartet hart, aber da kaum jemand dort war, gings trotzdem zum Fahren. Weiter runter war die Piste aber noch nicht fertig.
Wirklich toll waren die Pisten auf dem Gletscher in Richtung Morenia, also die Weisse Meile und vor allem die Gletscherpromenade. Da gabs schöne Carvinghänge an der Sonne, wobei auch da die Gletscherspalten neben der Pist eindrücklich und respekteinflössend waren. Bekanntlich musst die Ausfahrt umgestaltet werden, wegen des Gletscherschwunds ist der ehemalige Panoramahang nicht mehr befahrbar. Schade, aber man hat mit der neuen Piste "Gletscherband" vorerst eine gute Lösung gefunden. Weiter unten, an der Morenia-Sesselbahn, wurde es leider sehr eng auf der einzig geöffneten, schmalen Kunstschneepiste, die bereits ausgefahren war.
Beim Felsental ist auch kein Gletscher mehr da, die Abfahrtsroute war natürlich noch geschlossen. Richtige Pisten gibts ab Felskinn sowieso nicht, man muss dort also immer ganz hinauf aufs Mittelallalin. Somit erschliessen die zweite Sektion Allalin-Express und die Metro nur gemeinsam Pisten, die jeweils über das Gletscherband und Eiskristall zurück zu Morenia führen. Das zeigt aber auch, wie wichtig das neue Gletscherband überhaupt ist, damit hier sowas wie Wiederholungsfahrten möglich sind. Ich fuhr einmal hoch aufs Mittelallalin und von dort ganz hinunter, inklusive Talabfahrt. Also 1700 Höhenmeter am Stück.
Mit Felskinn-Bahn plus Metro fuhr ich erneut ganz hinauf, um so lange zu fahren, wie irgendwo noch Sonne zu finden war. Als das ganze Skigebiet im Schatten war, fuhr ich über die Gletscherpromenade runter nach Morenia, zum verspäteten Mittagessen um 14 Uhr 20. Danach noch eine Fahrt mit der KSB, aber das war dann genug. Die Talabfahrt war nur bis zum Sportplatz bereit, also noch nicht mit dem Waldweg zum Allalin-Express. Deswegen ging ich zu Fuss durchs Dorf zurück zur Busstation.
Nie gefahren war ich mit der recht neuen Spielboden-Gondel, die als Zubringer offen war. Aber ich kannte sie ja bereits vom Sommer. Es war halt wirklich nur der Gletscher plus zwei Kunsteisbahnen offen. Die schönen Gletscherpisten reichten für den ersten Skitag aus, die anderen Pisten machten keinen Spass. Nach Saas Fee fährt man ja sowieso nicht nur wegen den Pisten selbst, sondern auch wegen den eindrücklichen Gletscherwelten. Und irgendwie ist es auch faszinierend, wie aufwändig hier die Erschliessung des Skigeländes ist.
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