Wirklich abstossend finde ich, wie man die Talstation unterhalb Bendolla in den Wald geholzt hat, mit einer engen, eisigen, wüsten Rampe. Sowas macht doch niemandem Spass? Auch der 180-Grad-Einstieg (sonst üblich im Berner Oberland) ist auf der Rampe chaotisch. Pistenmässig ist es oben nicht ganz so schlimm wie befürchtet. Der Starthang hinein in die Lona-Geländekammer war sehr abgefahren, danach haben sich die Leute gut verteilt auf den beiden Naturschnee-Pisten. Der schwarze Steilhang bei der ehemaligen 2SB war dann leider eine Rutschbahn. Aber bereits nach der zweiten Bergfahrt hatte ich keine Lust mehr auf die Rampe.
Wie lange der Stangenschlepper Lona 2 noch in Betrieb sein wird ist unklar, früher fuhr ich hier ja am liebsten die beiden Lona-Lifte in Kombination, was nun nicht mehr geht. Oben machte ich zwei Abfahrten am Becs de Bosson, wo die Piste ABC als Verbindung zwischen dem Col du Pouce und dem Bügellift stark abgefahren war. Hier war etwa die Hälfte der Pistenvarianten offen, beispielsweise für die Couloirs hatte es bei Weitem zuwenig Schnee. Anschliessend nahm ich die schwarze Lona Piste, so weit sie offen war, und wechselte unten zur 4KSB Grands Plans, an der es nun noch ruhiger ist als früher.
Kurz vor Betriebsschluss erreichte ich gerade noch den Stangenschlepper Orzival, wo man nochmals Sonne tanken konnte. Wobei, ich hatte jetzt drei Tage lang Bombenwetter. Zum Schluss folgte die lange Abfahrt vom Roc d'Orzival via Tsarvaz und Bendolla ganz runter nach Grimentz. Weil es den ganzen Tag über kalt blieb, waren die Sulzbuckel auf der Talabfahrt bereits wieder gefroren, so war die Piste schwierig zu reiten. Eine Gruppe Skilehrer überschätzte sich und fiel prompt hin.
Auch wenn die Veränderungen durch die neue Sesselbahn nicht ganz so einschneidend sind wie befürchtet, finde ich nur schon bedauerlich, was die Talstation mit dem Skigebiet gemacht hat. Kaum je habe ich sonst sowas in einem Schweizer Skigebiet gesehen. Auch sonst sind die Pisten nicht mehr so klug erschlossen wie davor, stattdessen wurden andere Bereiche, namentlich Grands Plans und Tsarvaz, entwertet. Trotz des schwierigen Geländes hätte man eine bessere Lösung finden müssen.
Mit diesem Tag ging nicht nur die Saison, sondern auch die Benutzung meines Magic Passes zu Ende. Wegen des extrem schneearmen Winters - in 10 Jahren wird das mit der Klimaerhitzung normal sein - kam es etwas anders heraus als gedacht. Anstatt die kleinen Skigebiete durchzugehen, hiess es jeweils zu schauen, wo man überhaupt sinnvoll fahren kann. Aber die Idee funktioniert schon: hat man mal diese "Flat Rate", überlegt man sich jeden Skitag ausserhalb des Bereichs mehr als gründlich. Vom Tag in Zinal und Grimentz wird mir vermutlich die Abfahrt zum Stausee und zurück in Erinnerung bleiben, vom Erlebnis her war das schon eine Hausnummer.
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