Montag, 3. Oktober 2011

Toggenburg März 2011 (1/2)

Nach den Tagen im Val d’Anniviers war es nicht so einfach, ein adäquates "nächstes" Skigebiet zu finden. Da ich Lust auf etwas Neues hatte und eine bequeme Anreise per Zug zum Arbeiten benötigte, fiel die Wahl spontan auf das Toggenburg. Während der Woche davor gab es nochmals etwas Niederschlag, so dass alle Lifte und fast alle Pisten geöffnet waren. Relativ tief liegende Nordhänge werden von den drei Ortschaften Alt St. Johann (nur 890 m.ü.M.), Unterwasser und Wildhaus aus erschlossen bis hinauf zum Chäserrugg. Mit Alt St.Johann stieg ich auch gleich bei der ersten Möglichkeit ins Skigebiet ein, ohne allerdings bei einer aufdringlichen Kägi-Frett-Umfrage mitzumachen.


Alp Sellamatt


Talabfahrt nach Alt St. Johann

Zubringer von Alt St. Johann aus ist eine neue Kombibahn, die durch dichten Wald hinauf zur Sellamatt führt. Als Erstes gleich die Talabfahrt, welche dank Kunstschnee gut zu fahren gewesen wäre. Leider waren grosse Teile wegen eines Rennens abgesperrt. Mit einem Verbindungslift kommt man von der Sellamatt zum Ruestel, wo mit der 4KSB die einzige echte Beschäftigungsanlage steht. Leider ist die Piste kurz und flach, also wechselte ich nach einer Abfahrt gleich hinüber in den mittleren Sektor des Skigebiets, der von Unterwasser aus erschlossen wird.


Talstation Alt St. Johann, die Sonnenhänge gegenüber bereits ausgeapert


Bergfahrt mit der Kombibahn


Verbindungslift zum Ruestel


Blick hinüber zu den Churfirsten


KSB Ruestel


rote Piste Ruestel

Die Luftseilbahn Iltios-Chäserugg ist zweifelsfrei die wichtigste und auch interessanteste Anlage im Toggenburg, sie erschliesst den Gipfel und dessen verschiedene Abfahrten. Mit ihren fast vier Kilometern Länge ist sie leider an Wochenenden chronisch überlastet; es lohnt sich deshalb, etwas vorauszuplanen, damit man möglichst wenig anstehen muss und trotzdem die meisten Pisten fahren kann. Diesmal musste man um 10 Uhr 15 bereits 30 Minuten anstehen. Oben wird man dafür von einem durchaus eindrücklichen Panorama. Auf den fast 2300 NN herrschten nicht unerwartet Minusgrade.


Luftseilbahn Iltios-Chäserugg


Blick hinüber zum Flumserberg


Gipfelpanorama in Richtung Bündner Alpen


visavis im Norden der Säntis


Skilift Chäserugg, der die obersten, windausgesetzten 350 Höhenmeter auf dem Chäserugg miterschliesst

Das Skigebiet wird von den ungewöhnlichen Karformationen des Toggenburgs entscheidend geprägt. Auf dem Chäserugg glaubt man sich auf einer Hochebene zu befinden und bemerkt fast nicht, dass sich rundherum gefährliche felsige Abhänge befinden. Die Ostabfahrt ist eine der verschiedenen Chäserugg-Abfahrten. Landschaftlich mag sie fernab von Liften interessant sein, zum Fahren allerdings war sie nicht das Wahre, da sehr flach und viele Schiebestücke. Es trat der mir bereits bekannte Effekt ein, dass man nach Skitagen im Wallis etwas zu hohe Erwartungen hat. Schade auch, dass man auf eine grössere Rasergruppe treffen muss, die die ganze Piste ohne Rücksicht auf Verluste in Beschlag nehmen...


Schwesterlift auf den Gamserrugg im Osten, dahinter bereits die österreichischen Gipfel


Bergstation Gamserrugg, in ungewöhnlicher Umgebung


auf der Ostabfahrt


weiter unten auf der landschaftlich interessanten Abfahrt

Rund um Iltios stehen einige, meist kürzere Skilifte. Der Lift Espel ist der Rückbringer von der Ostabfahrt. Beim ihr gäbe es auch zwei nette Pisten, doch die Wartezeit dafür war zu gross. Auch der Skilift Stöfeli mit seinen steileren Pisten war gut ausgelastet. Oft bin ich nicht dieser Meinung, aber hier würde ich mir eine KSB wünschen - die Besitzverhältnisse sprachen bislang dagegen.


Skilift Espel mit seinen zwei Pisten


Luftseilbahn Chäserrugg, die Nr.1 im Gebiet


urige Talstation des Skilifts Stöfeli


Piste am ebenfalls gut ausgelasteten Skilift Stöfeli


400 Höhenmeter weiter oben - an der Bergstation Stöfeli - grüsst die Luftseilbahn, die auf der ersten Trassehälfte über das Skigebiet schwebt

Dann gings hinunter auf der Talabfahrt nach Unterwasser. Oben noch ok, unten ein unfahrbares, einige wenige Meter breites Eisband, gespickt mit vielen Steinen. Uf. Da kann man halt im März auf dieser Höhe nicht mehr erwarten, denke ich vorerst... Wieder hinauf geht nach Iltios geht es mit einer ziemlich alten, aber renovierten Standseilbahn. Auch zur Mittagszeit war die Warteschlange vor der Luftseilbahn nicht kleiner geworden, das Anstehen in den Katakomben erinnerte an dasjenige in Vergnügunsparks, und eigentlich sollte die Fahrt ja auch eine Attraktion sein, für die man etwas Zeit investiert.


Skilift Iltios, wie viele hier ein Kurzbügler


rote Talabfahrt nach Unterwasser


nach gut 30 Minuten Wartezeit wieder oben auf dem Chäserugg

Auch wenn das Erkunden eines neuen, grösseren Skigebiets wie meistens unterhaltsam war: Bislang hatte mich das Skigebiet noch nicht in den Bann gezogen, vor allem fand ich erst wenige Pistenabschnitte, die zum Fahren richtig Spass machten. Das letzte Drittel des Skigebiets, jenes zwischen Wildhaus und Gamserugg wartete aber noch - würde sich etwas ändern?

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