Bereits im Januar hatte ich einen Skitag im Parsenn-Gebiet verbracht. Nun kündigte sich in Mittelbünden kündigte sich ein Traumtag an mit Sonne und Neuschnee, entsprechende Höhenlage vorausgesetzt. Zudem herrschten in dieser Region grundsätzlich den ganzen Winter hindurch gute Schneeverhältnisse, SLF-Karten lügen nicht. Also machte ich mich trotz Hochsaison ein zweites Mal hintereinander auf nach Davos, obwohl das eigentlich nicht meine Lieblingsdestination ist.

Klar war aber auch: während der Hauptsaison mache ich einen Bogen um die Hauptgebiete. Stattdessen sollten es das Rinerhorn und die Schatzalp werden, wo ich mir weniger Besucher erhofft hatte. Neuerdings fahren im Winter einzelne Züge ab Landquart nicht nur bis Davos Platz sondern weiter bis Davos Glaris, so musste ich im Vergleich zu meinem Erstbesuch nicht mehr den Umweg über Thusis und Filisur bewältigen. Während der Durchfahrt in Klosters sah ich die Monsterschlange an der Gotschna-Bahn - gut, war dies nicht mein Plan. Die Morgenkarte konnte ich online nicht kaufen, also musste ich kurz Anstehen an der Kasse.

zunächst nur der linke Skilift in Betrieb

frisch verschneit das Bünderland

nebenan der Trainerlift

Verbindung zum Hubellift, dahinter Davos

Sowohl an der Gondelbahn, wie auch danach am Skilift Juonli gabs kürzere Warteschlangen, das Skigebiet war ab Betriebsbeginn gut besucht. Was denn auch sonst bei solchen Verhältnissen im Februar? Wie beim Erstbesuch gefiel mir die rassige Juonli-Piste auf Anhieb - man kann es richtig donnern lassen, eigentlich eine ganz ähnliche Piste wie manche auf der Elsigenalp. Nach dem Wechsel zum Skilift Hubel das gleiche Spiel: kürzere Wartezeiten, aber beste Pistenverhältnisse. Und nach und nach kam erreichte auch die sonne die Nordwest-Hänge.

rote 13 "Hubel"

knackige Piste, super Bedingungen

Skilift Hubel, genauso wie der Juonli-Lift eine gelungene Beschäftigungsanlage

klassischer Dreieckslift

Blaue 11, oben zum Geniessen. Und der Tiefblick auf die Alpenstadt hat auch was.

Aussicht ins Sertigtal

weiter unten auf der blauen 11, genannt "Rügg"

Einmal fuhr ich auch die gelbe Route "Meder", wo der Schnee doch etwas schwer war. Dann zurück zum Juonli-Lift, wobei dies mit dem flachen Ziehweg die einzige kritische Verbindung im Skigebiet ist. Ein paar Fahrten machte ich nochmals da, mit den tollen Carving-Pisten, die weiterhin gut zu fahren waren. Einmal auch mit der schwarzen "Bodma"-Piste als Abwechslung. nun war auch der rechte Juonli-Lift auf

Einfahrt in die schwarze "Bodma"

ein kurzer Steilhang, unten bereits wieder rote Piste

weiter am Nüllisgrat

Wie beim Erstbesuch gefielen mir auch diesmal die Pisten am Doppellift Nüllisgrat weniger als die anderen im Skigebiet. Teilweise hängen sie seitlich weg, insgesamt wird der Talkessel vielleicht auch zuwenig ausgenutzt, irgendwie passts für mich einfach nicht ganz zusammen, ein richter Fahrrhythmus wollte bei mir nicht aufkommen. Möglicherweise ist der Lift mit seinen zwei Kilometern Streckenlänge einfach eine Spur zu lang. Darum fuhr ich da einfach jede Piste einmal, das reichte mir aus.

Skilifte Nüllisgrat von oben in der Totalen

die rote Piste schöpft oben den Kessel etwas aus

mittlerer Bereich am Nüllisgrat, das Gelände hängt hier seitlich weg

weiter unten an der Waldeinfahrt

nun auf der blauen Piste

Neu für mich war dagegen die schwarze Piste "Brand", die vom Nüllisgrat abzweigt und aussen herum zur Talstation führt. Piste vielleicht das falsche Wort, da sie seit den Schneefällen nicht präpariert wurde. Die 700 Höhenmeter im schweren Schnee waren nicht ohne. Irgendwie ist diese Piste auch typisch für eine stärke der Davoser Skigebiete: überall wurden lange, abgeschiedene Pisten und Routen von den Skigebieten weg angelegt, in einer schweizweit unerreichten Vielzahl. Da kann man jeweils gut dem Trubel der Hauptachsen entkommen.

Einfahrt in die schwarze 10

auf der ganzen Strecke unpräpariert und für mich neu

gut 700 Höhenmeter stark ist diese Piste respektive Routenabfahrt

unten dann spürbar flacher

landschaftlich 1A

Die Zeit schritt wieder einmal schnell vorwärts, bevor die Morgenkarte auslief reichte es noch für zwei Fahrten mit der Gondelbahn, wo man nun fast 10 Minuten anstehen musste. Die Gondelbahn ist zum einen wegen der Schlittelbahn ganztags gut ausgelastet. Zum anderen bedient sie halt echte Pisten, vor allem die rote Talabfahrt ist eine vollwertige Piste mit tollen, knackigen Hängen, die ich bewusst auch nochmal fahren wollte. Dank den Talabfahrten ist das Skigebiet letztlich auch etwas grösser, als man meinen würde, sie spendieren zusätzliche Ausdehnung.

Gondelbahn Rinerhorn bei der Einfahrt in die Bergstation

auf der roten Talabfahrt

offenes Parkgelände an der Talabfahrt

die blaue Talabfahrt dagegen oft eine Wegpiste, schieben musste ich aber nicht

Dank Viertelstunden-Takt musste ich nicht lange warten auf den Ortsbus in Richtung Davos Platz und Schatzalp. Trotz der teilweise schattigen Lage morgens hatte es sich als richtig herausgestellt, den Tag am Rinerhorn zu beginnen, so lange die Pisten griffig und nicht ausgefahren sind. Der halbe Tag war echt super, besser als erwartet, trotz Bombenwetter und Hochsaison konnte ich auch viele Höhenmeter sammeln.