Morgens starteten wir meistens mit dem Zubringer-Skilift ab Valbella und machten dann eine Runde an der Westseite, während die Ostseite noch grösstenteils im Schatten lag. Naturschnee hatte es nur wenig, folglich waren die meisten wichtigsten Pisten offen (dank Kunstschnee), aber auch nicht mehr. Ebenfalls rasch wurde klar, dass es auf der Lenzerheide bei vernünftigem Wetter auch an Wochentagen im Januar voll geworden ist. Seit der Verbindung mit Arosa ist hier eigentlich immer Hauptsaison.
Am Sonntag Vormittag fuhren wir sehr zeitig los, waren um 8 Uhr 30 bereits im Skilift, um den Menschenmassen auszuweichen. Um uns gemütlich einzufahren, starteten wir mit mehreren Abfahrten an der wenig steilen Lavoz-Bahn, jedenfalls solange, bis es voll wurde. Es war zu spüren, dass es schon länger nicht mehr geschneit hatte, denn bereits früh morgens waren alle Pisten sehr hart zu fahren. Von den Pisten her gefiel es uns nebenan an der 4KSB Pedra Grossa besser, wobei es dort am Sonntag wie üblich zu lange Wartezeiten gab.
Im Verlaufe einer Woche kann man auch mal länger in einer Ecke des Skigebiets verweilen, wo man sonst nur rasch vorbeigeht. So beispielsweise am Skilift Gertrud, wo alle Pisten offen waren. Hier war aufgrund Corona ein schmaler Wartekorridor angelegt worden. Dann sah die Warteschlange zwar furchtbar lang aus, aber in Tat und Wahrheit musste man nur wenige Minuten warten und es ging immer vorwärts beim Anstehen. Gut gelöst! Dagegen hätten wir gerne auch mehr Zeit an der Cumascheals-KSB verbracht, aber die direkte Piste war oben noch nicht offen, weshalb man für das untere, schöne Stück stets die volle Verbindungspiste fahren musste.
Bewusst blieben wir an den Tagen mit schönem Wetter eher an den oberen Anlagen oberhalb der Baumgrenze. Am nebligen Montag und gegen Ende der Woche, als immer mehr Bewölkung aufzog und es sehr kalt wurde (Höchsttemperaturen bei minus 10 Grad), fuhren wir dagegen öfters auf den unteren, bewaldeten Pisten. Beispielsweise am kurzen Doppellift Fadail, oder an der 3KSB Tgantieni. Dort waren zwei Pisten noch nicht offen, aber es gab immer noch viele verschiedene, teils versteckte blaue Pisten zwischen Tgantieni und Pedra Grossa. Dabei erwischten wir immer wieder Aufhellungen, während an den Bergketten Wolken hangen blieben. So konnten wir insgesamt die Topographie des Skigebiets gut ausnutzen. Nicht geschafft hatten wir es zum Skilift Crestas, der wegen der geschlossenen Val Sporz Piste nicht ans Skigebiet angebunden war.
Erst am Mittwoch hatten wir es erstmals zum Piz Scalottas geschafft und ab da war die Bergfahrt bereits ein frostiges Erlebnis. Die Piste Schäfermulde war leider ziemlich steinig, da fehlte einiges an Naturschnee, und letztlich stehen bei dieser Abfahrt vielen Traversen nur wenige richtige Pistenabschnitte gegenüber. Viel besser gefiel mir die Piste 42, vor allem der abwechslungsreiche, sportliche rote Abschnitt, wo es immer leer war. Aufgrund der knappen Schneeverhältnisse bei der Talabfahrt Valbella fuhren wir ab und an auch bei der Lenzerheide ins Tal, nahmen danach den Skibus zurück nach Valbella und dort den Skilift hinauf zur Wohnung.
Die südliche Hälfte der Westseite kannte ich von früheren Besuchen bereits zu Genüge, von daher gabs keine grossen Überraschungen. Für mich stimmt hier noch das Verhältniss zwischen modernen Kapazitätsmonstern, älteren Sesselbahnen und ruhigen Skiliften. Abgesehen von der Achse Valbella-Cumascheals gabs auch an jeder Hauptanlage nette Pisten für Wiederholungsfahrten. Schade ist halt, dass hier das Skigebiet ziemlich windexponiert ist, was zusammen mit der inneralpinen Lage für bescheidene Schneeverhältnisse sorgt. Ohne Kunstschnee würde hier kaum was gehen.
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